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Brandheiße Daten vom Deutschen Wetterdienst und Bilder aus der Region von Ludwig Schrätzenstaller.

(ty) Ähnlich wie im außergewöhnlich heißen Sommer 2018, so rollte auch heuer im letzten Juli-Drittel eine große Hitzewelle heran. "Drei Tage in Folge 40 Grad, dabei 25 Mal Höchstwerte von 40 Grad und mehr. Das geht in die meteorologischen Geschichtsbücher ein", sagt Andreas Friedrich, der Pressesprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Besonders im Westen brachen reihenweise die bisherigen Rekorde. Mit 42,6 Grad Celsius wurde dabei in Lingen im Emsland der alte deutsche Spitzenwert um mehr als zwei Grad übertroffen. Ansonsten verlief der Juli bei einem deutlichen Niederschlagsdefizit insgesamt sonnenscheinreich. Dies meldet heute der DWD nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Mess-Stationen.

Mit 18,9 Grad Celsius lag im Juli der Temperatur-Durchschnitt um 2,0 Grad über dem Wert der international gültigen Referenz-Periode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichs-Periode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung nach oben 0,9 Grad. Hochdruckgebiete über Nordwesteuropa sorgten in den ersten beiden Dekaden im Norden für kühle und im Süden für angenehm warme Witterung. Die Nächte verliefen meist recht frisch und das Thermometer zeigte oft einstellige Werte.

Am tiefsten sank das Quecksilber dabei in Deutschneudorf-Brüderwiese im Erzgebirge: Am 4. Juli trat dort bei einem Minimum von 1,5 Grad sogar Bodenfrost auf. Durch die Verlagerung des hohen Luftdruckes nach Osteuropa konnte im letzten Juli-Drittel die über Südwesteuropa lagernde Gluthitze nach Deutschland vordringen. Von 1881 bis 2018 wurden in Deutschland insgesamt zehn Mal 40 Grad erreicht oder überschritten, jetzt im Juli dieses Jahres insgesamt 25 Mal in nur drei Tagen!

Mit rund 55 Litern Niederschlag pro Quadratmeter (l/m²) fehlten dem Juli zugleich 31 Prozent zu seinem Soll von 78 l/m². Deutschland befand sich häufig im Einflussbereich von Hochdruckgebieten, die nur an wenigen Tagen Regen oder Gewitter zuließen. Diese brachten örtlich Sturm, Hagel und große Niederschlagsmengen. Kreuth-Glashütte, südlich von Bad Tölz, meldete dabei am 28. Juli mit 138,9 l/m² die bundesweit größte Tagessumme des Monats.

In den meisten Gebieten blieb der Juli jedoch deutlich zu trocken. In zahlreichen Orten, verteilt in ganz Deutschland, fiel lediglich ein Viertel oder gar Fünftel des Solls. Angesichts der gnadenlosen Hitze, die dabei zum Monatsende herrschte und dem immer noch vorhandenen großen Niederschlags-Defizit aus dem Vorjahr nahm die Dürre in vielen Gebieten katastrophale Ausmaße an. Die "Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer" sprach von einer Jahrhundert-Katastrophe für die Wälder in Deutschland.

Die Sonnenschein-Dauer lag im Juli dieses Jahres nach bisherigem Stand mit etwa 235 Stunden um 13 Prozent über ihrem Soll von 212 Stunden. Am meisten zeigte sich die Sonne im Saarland mit örtlich mehr als 310 Stunden, am wenigsten an der Nordseeküste mit teils unter 170 Stunden.

In Bayern betrug die Mitteltemperatur im Juli bislang 19,0 Grad. Der Freistaat war mit gut 75 l/m²  das zweitniederschlagsreichste und mit etwa 255 Stunden ein sonniges Bundesland. Am 24. Juli verlor Kitzingen seinen Rekord als wärmster Ort Deutschlands, den es seit 5. Juli 2015 mit 40,3 Grad gehalten hatte, an Geilenkirchen nördlich von Aachen mit 40,5 Grad. Seit dem 25. Juli gilt Kitzingen auch nicht mehr als wärmster Ort Bayerns, den nun Kahl am Main mit 40,4 Grad übernommen hat. Die bundesweit größte Tages-Regenmenge fiel am 28. Juli in Kreuth-Glashütte, südlich von Bad Tölz, mit 138,9 l/m².


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