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DNA-Spuren führten zu 44-jährigem Mazedonier. Er wurde an der serbisch-ungarischen Grenze verhaftet und mittlerweile nach Deutschland ausgeliefert.

(ty) Ein seit Februar 2018 gesuchter mutmaßlicher Serien-Einbrecher, der mehrfach auch in der Region zugeschlagen haben soll, ist am serbisch-ungarischen Grenzübergang Tompa festgenommen worden. Wie das niederbayerische Polizeipräsidium mitteilt, klickten die Handschellen für den 44-jährigen Mazedonier bereits am 3. Oktober bei der Einreise nach Ungarn. Der Mann stehe im dringenden Verdacht, seit 2015 zahlreiche Wohnungs-Einbrüche unter anderem in den Kreisen Pfaffenhofen, Kelheim und Landshut sowie im Raum Ingolstadt begangen zu haben. Dabei sei Bargeld und Schmuck im Wert von rund 30 000 Euro erbeutet sowie ein Sachschaden von 12 000 Euro angerichtet worden. Seit heute sitzt der 44-Jährige in einem bayerischen Gefängnis.

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Im Laufe der umfangreichen Ermittlungen hatte sich laut Polizei – aufgrund der an den Tatorten gesicherten DNA-Spuren – herausgestellt, dass zahlreiche Einbrüche von demselben Täter begangen worden waren. In Zusammenarbeit mit Interpol, dem bayerischen Landeskriminalamt und dem Institut für Rechtsmedizin an der Universität Erlangen-Nürnberg habe das zunächst unbekannte DNA-Muster schließlich dem 44-jährigen Mazedonier zweifelsfrei zugeordnet werden können. "Letztendlich führte die sorgfältige und akribische Tatortarbeit der Beamten vor Ort zum Erfolg", heißt es dazu. "Nur so konnten die Ermittler der Kriminalpolizei Landshut die gesicherten Spuren zweifelsfrei zuordnen, zusammenführen und den Einbrecher schließlich identifizieren."

Die Einbruch-Serie hatte Anfang Februar 2018 zunächst geendet, nachdem der Beschuldigte laut Polizei versucht hatte, in ein Einfamilienhaus in Ergolding (Kreis Landshut) einzubrechen. Nachdem ein Zivilbeamter der Landshuter Polizei den Tatverdächtigen in der Nähe des Tatorts gestellt hatte, sei der Mann mit einem Schraubenzieher auf den Beamten losgegangen und habe ihm gedroht, ihn umzubringen. Der Mann habe zunächst unerkannt flüchten können. "Allerdings wurde auf dem zurückgelassenen Schraubenzieher eine DNA-Spur gesichert, die identisch mit dem bisher unbekannten männlichen DNA-Muster ist, welches zu diesem Zeitpunkt bereits an mehreren Tatorten von Wohnungs-Einbrüchen im gesamten Bundesgebiet und der Schweiz festgestellt worden war."

Im Zuge der weiteren Ermittlungen seien dem Tatverdächtigen zahlreiche weitere Taten in den Zuständigkeits-Bereichen der Kriminalpolizei-Inspektion von Landshut und Ingolstadt zugeordnet worden. Allein in dieser Region geht es um insgesamt 24 Einbrüche beziehungsweise Einbruch-Versuche in Häuser und Wohnungen, die zwischen 2015 und 2020 verübt worden sind. 

Das Polizeipräsidium Niederbayern veröffentlichte dazu heute folgende Übersicht:

  • 17.03.2015, Münchsmünster, Einbruch-Versuch in Einfamilienhaus, 300 Euro Sachschaden
  • November 2017, Furth, Einbruch in Einfamilienhaus, 2000 Euro Sachschaden
  • 07.11.2017, Altdorf, Einbruch in Mehrfamilienhaus, Beuteschaden 300 Euro
  • 07.11.2017, Altdorf, Einbruch in Mehrfamilienhaus, Beuteschaden 1650 Euro, Sachschaden 608 Euro
  • 09.11.2017, Neustadt an der Donau, Einbruch in Mehrfamilienhaus, Beuteschaden 3600 Euro, Sachschaden 500 Euro
  • 04.12.2017, Hepberg, Einbruch in Mehrfamilienhaus, Beuteschaden 2100 Euro, Sachschaden 600 Euro

  • 16./17.12.2017, Ingolstadt, Einbruch in Einfamilienhaus, Beuteschaden 1500 Euro, Sachschaden 500 Euro
  • 11. - 19.12.2017, Abensberg, Einbruch in Einfamilienhaus, Beuteschaden 2500 Euro, Sachschaden 1500 Euro
  • 12.12.2017, Kelheim, Einbruch in Einfamilienhaus, Beuteschaden 2500 Euro, Sachschaden 200 Euro
  • 20./21.12.2017, Ingolstadt, Einbruch in Einfamilienhaus, Beuteschaden 1900 Euro, Sachschaden 160 Euro
  • 28.01.2018, Furth, Einbruch in Einfamilienhaus, Beuteschaden 300 Euro, Sachschaden 100 Euro
  • 22.01.2018, Neustadt an der Donau, Einbruch in Einfamilienhaus, Beuteschaden 2500 Euro, Sachschaden 300 Euro
  • 31.01.2018, Schweitenkirchen, Einbruch in Einfamilienhaus, Beuteschaden 80 Euro, Sachschaden 400 Euro
  • 31.01. - 02.02.2018, Schweitenkirchen, Einbruch in Einfamilienhaus, Sachschaden 2000 Euro
  • 02.02.2018, Ergolding, Einbruch in Einfamilienhaus, Beutschaden 3300 Euro, Sachschaden 300 Euro

  • 02.02.2018, Ergolding, Einbruch-Versuch, Sachschaden 2000 Euro
  • 03./04.02.2018, Altdorf, Einbruch in Einfamilienhaus, Sachschaden 500 Euro
  • 02.10.2018, Weihmichl, Einbruch in Einfamilienhaus, Beutschaden 6700 Euro, Sachschaden 500 Euro
  • 27.10.2018, Kelheim, Einbruch-Versuch, Sachschaden 500 Euro
  • 29.10.2018, Neustadt an der Donau, Einbruch in Einfamilienhaus, Sachschaden 300 Euro
  • 21.10.- 05.11.2018, Bad Abbach, Einbruch-Versuch in Einfamilienhaus, Sachschaden 500 Euro
  • 07.11.2018, Siegenburg, Einbruch in Einfamilienhaus, Beuteschaden 2500 Euro, Sachschaden 250 Euro
  • 13.11.2018, Manching, Einbruch in Einfamilienhaus, Sachschaden 300 Euro
  • 14.01.2020, Lenting, Einbruch in Einfamilienhaus, Sachschaden 2000 Euro

In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Landshut sowie mit Unterstützung von Beamten des Kommissariats für Fahndung bei der Kriminalpolizei-Inspektion Ingolstadt sei der mutmaßliche Serien-Einbrecher nun am 3. Oktober bei der Einreise von Serbien nach Ungarn aufgrund eines bestehenden europäischen Haftbefehls von der ungarischen Polizei festgenommen worden. Der 44-jährige Mazedonier sei mittlerweile nach Deutschland ausgeliefert worden. Am heutigen Mittwoch sei er einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht in Landshut vorgeführt worden; dieser habe die Untersuchungshaft angeordnet. 


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