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Kapazität für Züchtung neuer Sorten um 20 Prozent gesteigert. Offizielle Eiweihung durch Ministerin Kaniber. Am Sonntag ist Tag der offenen Tür.

(ty) Weltweit gilt das Hopfen-Forschungs-Zentrum in Hüll bei Wolnzach in der Hopfen- und Brauwirtschaft als anerkannte und geschätzte Institution. "Seit fast 100 Jahren arbeiten hier Wissenschaftler und Praktiker Hand in Hand, um den Herausforderungen des stetigen Wandels im Hopfenbau und den hohen qualitativen Anforderungen der Brauwirtschaft an den Bier-Rohstoff Hopfen gerecht zu werden", fassen die "Gesellschaft für Hopfen-Forschung e. V." (GfH) und die bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in einer gemeinsamen Mitteilung zusammen. Die Züchtungs-Forschung, also die Entwicklung klima-angepasster, gesunder und stress-toleranter Hopfen-Sorten, die zugleich in die traditionellen wie kreativen Rezepturen der Braumeister passten, sei seit der Gründung der GfG ein Arbeits-Schwerpunkt in Hüll.

Am heutigen Freitag hat die bayerische Landwirtschafts-Ministerin Michaela Kaniber (CSU) gemeinsam mit dem LfL-Präsidenten Stephan Sedlmayer ein für die Züchtungs-Forschung neu gebautes Forschungs-Gewächshaus eingeweiht. "Die Verfügbarkeit von Sorten, die agronomisch, wirtschaftlich und ökologisch Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels bieten, ist der Schlüssel für die Wettbewerbs-Fähigkeit unserer Hopfenbau-Betriebe und der gesamten Wertschöpfungskette Hopfen auf dem Weltmarkt", so die Ministerin.

Schon lange kann nach den Worten von Kaniber die hohe Schlagkraft und Leistungsfähigkeit des Hopfen-Forschungs-Zentrums nur durch die enge Zusammenarbeit der LfL mit der GfH aufrechterhalten werden. "Die Investition der GfH in das neue Gewächshaus schafft die besten Voraussetzungen, um den Forschungs-Teams optimale Arbeits-Bedingungen zu bieten und die Klima-Anpassung bei Hopfen-Pflanzen weiter voranzubringen", erläuterte die Ministerin.

Durch den Neubau können laut GfH und LfL der Arbeits-Schutz und die Arbeits-Sicherheit sowie gleichzeitig auch die Energie-Effizienz verbessert werden. Außerdem habe im neuen Gewächshaus die Kapazität für die Züchtung neuer Hopfen-Sorten um 20 Prozent gesteigert werden können.

Michael Möller, Vorstands-Chef der GfH betont, wie wichtig Nachhaltigkeits-Themen – vom Rohstoff bis zur Verpackung – in der Brauwirtschaft geworden seien. "Die Hopfen-Forschung leistet auch einen entscheidenden Beitrag, den CO2-Footprint von Bier erheblich zu senken", sagt er. Neben vielen Erkenntnissen aus den Bereichen Pflanzenschutz, Artenvielfalt beziehungsweise Ökologie und Hopfen-Produktions-Technik liege dafür in der Züchtungs-Forschung das größte Potenzial. "Wir sind deshalb glücklich und auch ein bisschen stolz, dieses moderne Cabrio-Gewächshaus, das den Jungpflanzen einen möglichst naturnahen Aufwuchs gewährleistet, heute in Betrieb nehmen zu können", so Möller.

"Durch die neuen Vegetationshalle wird die Grundlage geschaffen für eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Gesellschaft für Hopfen-Forschung und den Wissenschaftlern der LfL", betont LfL-Präsident Sedlmayer. Die bayerischen Züchtungen aus Wolnzach-Hüll liefern seinen Worten zufolge nicht nur hervorragende Brau-Qualität, sondern trotzen Krankheiten, Schädlingen und dem Klimawandel – gleichzeitig brauchen sie weniger Stickstoff, Pflanzenschutz-Mittel und Wasser.

"Durch diese Züchtungs-Forschung kann Bayern sich auch weiterhin den weltweiten Spitzenplatz in der Hopfenwelt sichern", so Sedlmayr. Derzeit werden laut LfL-Angaben auf 83,8 Prozent der deutschen Hopfen-Anbaufläche Züchtungen aus Hüll angebaut.

Nach der Segnung der neuen Arbeitsstätte, die von Pfarrer Thomas Schießl vorgenommen wurde, informierten sich heute die Ehrengäste auf einem Rundgang durch das Hopfen-Forschungs-Zentrum über die aktuellen Forschungs-Schwerpunkte in den fünf Arbeits-Bereichen.

Aus Anlass der Einweihung der neuen Vegetationshalle laden die LfL und die GfH die Öffentlichkeit am kommenden Sonntag, 26. Juni von 10 bis 17 Uhr zum "Tag der offenen Tür" ein. Neben Informations-Ständen zu den aktuellen Forschungs-Schwerpunkten sowie der Möglichkeit zur Besichtigung der Gebäude und Anlagen sei auch für das leibliche Wohl und für Unterhaltung gesorgt. 


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