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Behörde rät, alte Produkte über die Problemmüll-Sammlung zu entsorgen. Bayernweite Kontrollen und Stichproben angekündigt. Strafen drohen.

(ty) Mit Blick auf die Wetter-Prognosen und anstehenden Faschings-Ferien stehen die Zeichen für ausgiebige Ski- und Langlauf-Touren günstig. Was besonders Wintersportler freuen dürfte. Um auf der Skipiste möglichst schnell voranzukommen oder sich gerade beim Langlauf auch Kraft zu sparen, werden die Skier gerne mit speziellen Wachsprodukten präpariert. Aber gerade hier heißt es, Vorsicht walten zu lassen, wie das "Kompetenz-Zentrum Marktüberwachung Chemie" der Gewerbeaufsicht der Regierung von Niederbayern informiert. Es ist für ausgewählte Themen aus dem Bereich der Chemikalien-Sicherheit für den gesamten Freistaat zuständig.

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"Viele gängige Hochleistungswachse basieren auf Fluorverbindungen, die aufgrund ihrer besonders ausgeprägten wasserabweisenden Eigenschaft außergewöhnlich gute Gleiteigenschaften vermitteln sollen", heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerbeaufsicht. Mittlerweile stünden einzelne Substanzen der so genannten per- und polyfluorierten Alkyl-Substanzen – kurz PFAS – allerdings im Fokus öffentlicher und fachlicher Diskussionen, da ihnen nicht nur positive Eigenschaften zugeschrieben werden. "Darunter sind Perfluoroctansäure, die seit Mitte 2020 gemäß der europäischen 'POP'-Verordnung einem weitgehenden Herstellungs-, Inverkehrbringens- und Verwendungsverbot unterliegt", erklärt die Gewerbeaufsichts-Behörde.

Beachtet werden sollte deshalb in diesem Zusammenhang, dass diese Fluorverbindung noch in alten Skiwachs-Produkten enthalten sein könne. Beispielsweise in jenen Altwaren, die vor der geltenden Verordnung gekauft wurden und aufgrund des lediglich saisonbedingten Gebrauchs möglicherweise immer noch verwendet werden. Daher rät die Gewerbeaufsicht dazu, entsprechende Altware nicht weiter zu gebrauchen und ordnungsgemäß über die kommunale Problem-Müllsammlung zu entsorgen und nicht in den Restmüll zu werden. Am besten sei es, so die Empfehlung, vollständig auf fluorhaltiges Skiwachs zu verzichten und stattdessen auf "fluorfreie" Alternativen – meist entsprechend gekennzeichnet – auszuweichen.

Fluorfrei in die nächste Saison zu starten, planen übrigens laut Behörde auch die internationalen Skiverbände "Fédération Internationale de Ski" (FIS) und "Internationale Biathlon-Union" (IBU). Damit entsprechende Substanzen erst gar nicht in Umlauf gebracht werden und so auch nicht in die Umwelt gelangen, werden seitens der Gewerbeaufsicht der Regierung von Niederbayern in bayernweiter Zuständigkeit vermehrt Kontrollen durchgeführt und Stichproben entnommen. In der aktuellen Saison werde das Angebot an Skiwachsen zudem im Online-Handel, aber auch im stationären Fachhandel überprüft. Hersteller, Händler und Verwender werden darauf hingewiesen, das Verbot einzuhalten. Auch wer unbewusst dagegen verstößt, riskiere eine mögliche Strafe.

Das "Kompetenz-Zentrum Marktüberwachung Chemie" der Gewerbeaufsicht der Regierung von Niederbayern ist nach eigenen Angaben für ausgewählte Themen aus dem Bereich Chemikalien-Sicherheit für ganz Bayern zuständig. Außerdem überwacht das Kompetenz-Zentrum bayernweit unter anderem, ob Lösemittel-Grenzwerte in bestimmten Lacken und Farben eingehalten und ob spezielle Import- beziehungsweise Export-Vorschriften für Chemikalien beachtet werden.


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