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Besonders betroffen sind Alleinlebende und Alleinerziehende. Landesamt für Statistik informiert über EU-Erhebung, auch im bundesweiten Vergleich.

(ty) Rund 1,6 Millionen Menschen im Freistaat gelten laut der Erstergebnisse der Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen aus dem vergangenen Jahr als armutsgefährdet. Das teilte das Landesamt für Statistik am heutigen Dienstag mit Verweis auf "European Union Statistics on Income and Living Conditions" (EU-SILC) mit. Etwa 12,4 Prozent der bayerischen Bevölkerung haben demnach ein Einkommen unterhalb der so genannten Armuts-Gefährdungs-Schwelle. Damit liege der Anteil der von Armut bedrohten Personen in Bayern niedriger als in Deutschland insgesamt mit 16,1 Prozent. Im Jahr zuvor habe die Armuts-Gefährdungs-Quote im Freistaat bei 11,8 Prozent gelegen und für die gesamte Bundesrepublik bei 15,5 Prozent.

Laut Definition der Europäischen Union, so erklärt das Landesamt für Statistik, sind Personen dann von Armut gefährdet, wenn sie über weniger als 60 Prozent des Median-Äquivalenz-Einkommens der Bevölkerung verfügen. Im Gegensatz zur Berechnung eines einfachen Pro-Kopf-Einkommens berücksichtige das Äquivalenz-Einkommen Synergie-Effekte des gemeinsamen Wirtschaftens bei Mehrpersonen-Haushalten. In Angrenzung zu absoluter Armut, liege der Armuts-Gefährdungs-Quote ein relatives Konzept zugrunde, weshalb sie auch Niedrig-Einkommens-Quote genannt werde.

Die Armuts-Gefährdungs-Schwellen werden nach Angaben der bayerischen Statistik-Behörde deutschlandweit berechnet und berücksichtigen den Haushaltstyp. So habe im vergangenen Jahr die Armuts-Gefährdungs-Schwelle für Alleinlebende 1446 Euro pro Monat betragen, für Alleinerziehende mit einem Kind unter 14 Jahren dagegen 1879 Euro pro Monat. Haushalte mit zwei Erwachsenen gelten, so heißt es weiter, dann als von Armut gefährdet, wenn deren Einkommen unter 2168 Euro pro Monat liegt. Und: Leben zusätzlich zwei unter 14-jährige Kinder mit im Haushalt, betrage die Schwelle 3036 Euro nach Steuern und Sozialabgaben.

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Betrachtet man die Bevölkerung nach Haushaltstyp, weisen laut aktueller Mitteilung des bayerischen Landesamts für Statistik zwei Gruppen besonders hohe Armuts-Gefährdungs-Quoten auf: Alleinlebende und Alleinerziehende. In Bayern leben den Angaben zufolge insgesamt rund 2,5 Millionen Menschen alleine – das sind 19,3 Prozent der Bevölkerung. "Davon gelten rund 28,0 Prozent, also rund 712 000 Personen, als armutsgefährdet, verfügen damit also über ein Einkommen unter 1446 Euro pro Monat", so die Behörde weiter. Diese Quote liege im Freistaat rund drei Prozentpunkte niedriger als in Deutschland mit 30,9 Prozent. 

Mit einer Armuts-Gefährdungs-Quote von 24,0 Prozent und 140 000 Personen sind den Angaben der Statistik-Fachleute zufolge ebenfalls Alleinerziehende und deren Kinder im Freistaat deutlich stärker von Armut gefährdet als die Durchschnitts-Bevölkerung. Deutschlandweit liege dieser Wert mit 28,7 Prozent sogar um fast fünf Prozentpunkte über der bayerischen Armuts-Gefährdungs-Quote.

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