Besichtigung auf eigene Faust möglich, Gratis-Entdecker-Bogen für Familien, Mitmach-Stationen zu mittelalterlichem Handwerk, kurze Führungen.
(ty) Für die Gäste der imposanten Burg Prunn bei Riedenburg im Altmühltal hat die bayerische Schlösser-Verwaltung an diesem Sonntag, 19. Juli, wieder ein besonderes Angebot. Unter dem Titel "Offene Burg ganz kreativ" erhalten Besucherinnen und Besucher dabei unter anderem die Möglichkeit, das Denkmal zwischen 9 Uhr und 18 Uhr auf eigene Faust zu erkunden – ansonsten können die Gemäuer nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Für Familien gebe es zudem wieder einen kostenloser Entdecker-Bogen, mit dem ins mittelalterliche Leben eingetaucht werden könne. Doch das ist noch nicht alles, was auf dem Programm steht.
Aktiv-Stationen böten von 11 Uhr bis 17 Uhr Einblicke in mittelalterliche Handwerks-Techniken. Dabei gebe es unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Wie spinnt man mit einer Handspindel? Wie entstehen kunstvolle Gewand-Schließen? Was lässt sich aus Leder zaubern? Um 11 Uhr und um 14 Uhr biete Museums-Pädagogin Daniela Schwarzmeier kurze Familien-Führungen in der Burg und um die Burg an – kostenlose Teilnehmer-Karten dazu seien vorab an der Kasse erhältlich. Erwachsene benötigen der Ankündigung zufolge diesen Sonntag eine Eintrittskarte; für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 18 Jahren ist der Eintritt frei. Es handele sich um ein offenes Angebot, für das keine Anmeldung notwendig sei. Letzter Einlass sei um 17 Uhr.


Der beeindruckende historische Komplex, der stolz über dem Altmühltal thront, gilt als Idealbild einer Ritterburg und als eine der am besten erhaltenen Ritterburgen in Deutschland. Die Herren von Prunn waren erstmals anno 1037 urkundlich erwähnt worden. "Vom 11. bis zum 16. Jahrhundert herrschten hier die mächtigen Adelsfamilien der Laaber und Fraunberger", erklärt die bayerische Schlösser-Verwaltung. Der Burgbau selbst, mit dem wuchtigen Bergfried, reiche in die mittelalterliche Blütezeit der Kelheimer Region um 1200 zurück. Unter der Herrschaft der Fraunberger erlebte die Anlage später, ab dem 14. Jahrhundert, seine zweite Ausbau-Phase. Aus dem Spätmittelalter stammen auch die erhaltenen Wandmalereien im ehemaligen Herrschafts-Zimmer.
Interessant ist auch: Diese Burg ist obendrein bekannt als Fundort des so genannten "Prunner Codex". Dieser überliefert in mittelhochdeutscher Sprache das weltberühmte Nibelungenlied. Ein Ausstellungs-Rundgang verbindet die Geschichte der Burg sowie ihrer Bewohnerinnen und Bewohner mit den unterschiedlichen Facetten des Nibelungenlieds. Dabei erfährt man dann auch viel Spannendes zu den Themenbereichen Jagd, Kleidung, Recht und Turnierwesen sowie über einstige Festlichkeiten. Weitere Informationen findet man auf www.burg-prunn.de. Einen virtuellen Rundgang gibt es unter diesem Link







