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Weil eine Firma offenbar bei der Sanierung der Georg-Hipp-Realschule nicht zu Potte kam, wurde der Auftrag per Eilentscheidung des Landrats anderweitig vergeben. Davon wurde heute der eigentlich zuständige Bau- und Vergabe-Ausschuss des Kreistags informiert, der dann aber auch noch Aufträge zu vergeben hatte

(ty) Der Bau- und Vergabe-Ausschuss des Pfaffenhofener Kreistags hat in seiner Sitzung heute Nachmittag Aufträge über mehrere hunderttausend Euro für die Generalsanierung der Georg-Hipp-Realschule in der Kreisstadt vergeben. Und in einem weiteren Fall wurde das Gremium über eine Eilentscheidung von Landrat Martin Wolf (CSU) informiert: Weil es offenbar Ärger mit dem Unternehmen gab, das eigentlich die Bodenbelags-Arbeiten hätte ausführen sollen, wurde der Auftrag mit dieser Firma außerordentlich gekündigt und ohne Beschluss des eigentlich zuständigen Ausschusses eine andere beauftragt – denn wegen des Beginns des neuen Schuljahrs musste alles rechtzeitig fertig werden, wie erklärt wurde. Dazu im Folgenden noch mehr. Zuerst aber die Entscheidungen des Gremiums.

Einstimmig votierte das Gremium heute dafür, dass die Firma Schuller Holzbau aus Ammerthal für gut 115 000 Euro den Zuschlag für Innentüren und Stahlzargen in Bauabschnitt II und III bekommt. Sie hatte von den acht Unternehmen, die ein prüfbares Angebot abgegeben hatten, das günstigste eingereicht. Dabei ist die von der Firma in den Raum gestellte Summe durchaus erfreulich für die Kreiskasse, denn in der Kostenrechnung des Landratsamts waren fast 171 000 Euro veranschlagt gewesen – was eine Ersparnis von fast 33 Prozent oder rund 56 000 Euro ausmacht.

Den Zuschlag für die  Trockenbau-Arbeiten in Bauabschnitt II und III erhielt die Firma Gruber Innenausbau-Holzbau aus Rötz-Bernried, die ein Angebot über knapp 317 000 Euro und damit das günstigste abgegeben hatte. Insgesamt hatten 14 Unternehmen ihren Hut in den Ring geworfen. Auch hier bleibt der Kreis unter der Kostenrechnung, die gut 351 000 Euro vorgesehen hatte – Ersparnis: fast zehn Prozent. Klar, dass der Ausschuss einstimmig Ja sagte.

18 Prozent teurer als gedacht kommen dagegen die Naturstein-Arbeiten in Bauabschnitt II, für die man im Landratsamt knapp 75 000 Euro veranschlagt hatte. Von den fünf Firmen, die ein Angebot eingereicht hatten, verlangt die günstigste – sie kommt aus Allershausen – rund 88 500 Euro. Kreiskämmerer Walter Reisinger erklärte die Kostensteigerung mit einem größeren Aufwand für Schutz und Instandsetzung der Natursteinböden. 

Und dann war da eben noch der oben genannte Ärger mit der Firma, die im Dezember den Zuschlag für die Bodenbelags-Arbeiten erhalten hatte, aber laut Landratsamt nicht zu Potte kam. „Bei Ausführung der Leistung durch die Firma waren entweder Beschäftigte der Firma ohne Material vor Ort beziehungsweise wurde Material angeliefert, konnte aber wegen fehlender Arbeitskräfte nicht verarbeitet werden“, heißt es dazu wörtlich in der Vorlage zur heutigen Sitzung. Nach mehreren Aufforderungen mit Terminsetzungen und Androhung von Ersatzvornahme sei der Auftrag der Firma dann gekündigt worden. 

Nun helfen aber unerledigte Arbeiten niemandem weiter, weshalb man ja jemanden brauchte, der einspringt. Und weil es angesichts des bevorstehenden Beginns des neuen Schuljahres pressierte, konnte hier nicht erneut ausgeschrieben sowie das Ganze danach im zuständigen Ausschuss besprochen und beschlossen werden. Deshalb eine so genannte freihändige Vergabe per Eilentscheidung des Landrats. Vergeben wurden die Arbeiten für knapp 46 000 Euro an die bekannte Firma Brandl aus Kelheim. Die verlangt zwar rund 7000 Euro mehr als die Firma, die eigentlich den Zuschlag bekommen hatte. Doch dieser Preis sei „ortsüblich“, so die Kreisverwaltung, und außerdem will man sich diese 7000 Euro von der Firma aus Morsbach zurückholen, die durch ihre Nicht-Ausführung der Arbeiten diese Mehrkosten ja quasi erst verursacht hat.


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