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Ermittlungsrichterin ordnete Vollzug der Untersuchungshaft an. Man sah Verdunkelungsgefahr. 

(ty) Es ist ein weiterer Paukenschlag im Diesel-Skandal. Audi-Boss Rupert Stadler ist heute festgenommen worden und sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft München II mitteilte, erfolgte diese Maßnahme aufgrund eines Haftbefehls, den das Amtsgericht München erlassen hatte. „Der Haftbefehl stützt sich auf den Haftgrund der Verdunkelungsgefahr“, wurde dazu erklärt. Seit Ende Mai gelten Stadler und ein weiteres Mitglied des aktuellen Audi-Vorstands bekanntlich als Beschuldigte. Ihnen werden „jeweils Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung“ zur Last gelegt. In dem Ermittlungs-Verfahren um Audi-Motoren gibt es derzeit insgesamt 20 Beschuldigte.

 

Wörtlich gab die Staatsanwaltschaft München II heute in einer Pressemitteilung bekannt:

„Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre betreffend Audi-Motoren hat die Staatsanwaltschaft München II am 18.06.2018 gegen den Vorsitzenden des Vorstands der Audi AG, Herrn Prof. Rupert Stadler, einen Haftbefehl vollzogen, den das Amtsgericht München auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassen hatte.

Der Beschuldigte wurde der Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat. Der Haftbefehl stützt sich auf den Haftgrund der Verdunkelungsgefahr. 

Hinsichtlich des Gegenstands der Ermittlungen wird ergänzend auf die Pressemitteilungen vom 15.03.2017, 06.02.2018, 22.02.2018 und 11.06.2018 verwiesen. Weitergehende Auskünfte können mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen derzeit nicht gegeben werden.“

 

Vor exakt einer Woche, am 11. Juni, hatte die Staatsanwaltschaft München II erklärt, dass sie im Rahmen des Ermittlungsverfahrens im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre betreffend Audi-Motoren ihre Ermittlungen nochmals ausgeweitet habe. Seit dem 30. Mai dieses Jahres werden demnach auch Audi-Vorstandschef Rupert Stadler sowie ein weiteres Mitglied des derzeitigen Vorstands als Beschuldigte geführt. „Ihnen werden jeweils Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung zur Last gelegt“, ließ die Justizbehörde wissen.

 

Es gehe – so wurde weiter erklärt – um das Inverkehrbringen von mit manipulativer Abgas-Steuerungs-Software ausgestatteten Diesel-Kraftfahrzeugen auf dem europäischen Markt. Die Zahl der Beschuldigten in dem Ermittlungs-Verfahren war damit auf 20 Personen gestiegen. Zur Sicherung von Beweismaterial waren an jenem Montag vor einer Woche die Privatwohnungen der beiden genannten weiteren Beschuldigten durchsucht worden, nachdem die Staatsanwaltschaft München II beim Amtsgericht München entsprechende Beschlüsse erwirkt hatte.

 

Es waren nicht die ersten Razzien in Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal bei Audi. Neu ist allerdings, dass jetzt auch aktive Audi-Bosse konkret im Visier der Ermittler stehen. Am 22. Februar dieses Jahres hatte die Staatsanwaltschaft München II noch mitgeteilt: „Aktuelle Mitglieder des Vorstands der Audi AG sind nach wie vor nicht unter den Beschuldigten.“ Das ist inzwischen anders. Und seit heute sitzt Rupert Stadler, der Vorstandschef des Ingolstädter Autobauers, hinter Gittern.


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