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Der Wirbel um das Pfaffenhofener Krankenhaus reißt nicht ab – Marco Woedl verlässt das Haus auf eigenen Wunsch

(ty) Paukenschlag an der Pfaffenhofener Ilmtalklinik: Geschäftsführer Marco Woedl will das Haus auf eigenen Wunsch verlassen und sich einer neuen beruflichen Perspektive widmen. Das wurde am Dienstagabend per Pressemitteilung aus dem Büro des Pfaffenhofener Landrats Martin Wolf (CSU) erklärt.

Ein Zusammenhang mit dem jüngsten Wirbel drängt sich auf, ist aber bis dato nicht thematisiert: Laut einem Medienbericht steht der Vorwurf im Raum, dass Woedl dem Klinik-Aufsichtsrat im Mai bei der Vorstellung eines von externen Beratern erarbeiteten Konzepts mehrere Seiten von bedeutendem Inhalt vorenthalten haben soll. Woedl selbst trat dem entgegen: Er wollte angeblich diese Punkte bei der nächsten Aufsichtsrat-Sitzung erörtern. Die fand nun gestern statt. Gestern Abend wurde dann der Wunsch Woedls publik, die Ilmtalklinik zu verlassen.

Wie Landrat Wolf mitteilt, hat der Aufsichtsrat der Ilmtalklinik GmbH den Antrag von Geschäftsführer Marco Woedl erörtert – mit dem Ergebnis, dem Aufsichtsrat der Klinikallianz Mittelbayern die Auflösung des Geschäftsführer-Vertrags vorzuschlagen. Die endgültige Entscheidung treffe der Aufsichtsrat der Klinikallianz Mittelbayern.

Der Aufsichtsrat der Ilmtalklinik dankte Woedl für die geleisteten Dienste, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Der Geschäftsführer habe die Klinik in einem schwierigen Umfeld übernommen, das geprägt gewesen sei von andauernden Umwälzungen im Gesundheitswesen. Es sei sein Verdienst, dass in einer schwierigen Zeit der Standort Mainburg stabilisiert und am Standort Pfaffenhofen bis einschließlich 2012 positive Betriebsergebnisse erzielt werden konnten, so Landrat Wolf, der den Vorsitz im Aufsichtsrat innehalt. Der Landkreis Pfaffenhofen ist Gesellschafter der Ilmtalklinik GmbH.

Zum weiteren Vorgehen erklärt Wolf: „Wir werden den August im Rahmen der hauseigenen Vertretung überbrücken und wollen zum 1. September 2013 entweder eine Interims- oder eine endgültige neue Geschäftsführung präsentieren.“ Die Klinik müsse auch nach dem Wechsel der Geschäftsführung alle Möglichkeiten ausschöpfen, um für die Menschen im Landkreis und in der Umgebung ein zukunftsfähiges qualitativ hochwertiges medizinischen Angebot bereitzustellen.

Mit dem Abschied von Woedl sorgt die Ilmtalklinik binnen kurzer Zeit zum wiederholten Mal für Schlagzeilen. So musste der Landkreis Pfaffenhofen, wie berichtet, erst kürzlich mit einem Millionen-Darlehen einspringen, weil die Klinik sonst ihre Löhne wohl nicht mehr hätte bezahlen können. Außerdem war ein Brandbrief der Belegschaft an die Öffentlichkeit gelangt, in dem unter anderem von massiver Überlastung die Rede war. Dieser Tage musste Woedl nun Probleme mit der Einhaltung des Arbeitsgesetzes in einer Abteilung einräumen. Und nicht zuletzt hatte Pfaffenhofens Bürgermeister Thomas Herker (SPD) seinen Posten im Aufsichtsrat der Klinik niedergelegt, weil seiner Meinung nach die in dem Gremium gepflegte Informationspolitik „gewaltig zu wünschen übrig lässt“ und er zudem „den Glauben an die handelnden Personen verloren“ habe. Und nun also geht der Geschäftsführer.

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