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Der Pfaffenhofener wurde erneut im Amt bestätigt. "Wir lassen uns nicht unterkriegen", sagt er und übt Kritik an der Regierung von Bund und Land.

(ty) Markus Käser aus Pfaffenhofen bleibt der Vorsitzende des "Bürger-Energie Bayern e.V." (BEBay), einem Zusammenschluss von Bürger-Energie-Genossenschaften im Freistaat. Der 42-Jährige, der auch Chef der SPD im Kreis Pfaffenhofen ist und derzeit für den bayerischen Landtag kandidiert, wurde bei der Jahresversammlung der BEBay einstimmig für zwei weitere Jahre bestätigt und geht damit in seine dritte Amtszeit. Das wurde heute offiziell bekanntgegeben. Die Versammlung fand – so hieß es auf Nachfrage unserer Zeitung – bereits in der vergangenen Woche statt, sie stand nur Mitgliedern offen.

Käser sprach den Angaben zufolge bei seiner Antrittsrede von einer politisch künstlich herbeigeführten Krisenzeit für die dezentrale Energiewende in Bürgerhand und unterstrich die Notwendigkeit des bayernweiten Zusammenschlusses: "Ich freue mich auf zwei weitere Jahre Einsatz für verbrauchsnahe und saubere Energie-Produktion in Bürgerhand", wird er in der Pressemitteilung zitiert. Auch wenn in München und Berlin derzeit alles getan werde, um regionale Wertschöpfung zu verhindern sowie den Konzernen alles in die Hände zu spielen, so Käser: "Wir lassen uns nicht unterkriegen. Es hängt nicht 100 Jahre auf eine Seite."

Landes- und Bundesregierung seien dabei, die Bürger als Partner für die Energiewende zu verlieren. Durch die aktuelle Gesetzgebung werde Bürgern und Kommunen der Gestaltungs-Spielraum regelrecht aus den Händen gerissen. Die europaweiten Ausschreibungen, wie sie von der Koalition derzeit geplant seien, seien der Sargnagel für den dezentralen Ausbau und die regionale Wertschöpfung von erneuerbarer Energie-Produktion in den Gemeinden. "Den Verantwortlichen in der bayerischen Staatskanzlei und im Bundeswirtschaftsministerium ist es scheinbar lieber, dass Erträge aus der regionalen Energie-Produktion in die Yachten von Konzern-Vorständen fließen, anstatt in unsere kommunalen Einrichtungen", moniert Käser.

Ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt wurden der Mitteilung zufolge die beiden Stellvertreter Oliver Eifertinger (Kassier) und Dieter Emmerich. Auch für die weiteren Posten im Gesamtvorstand seien die Mitglieder aus allen bayerischen Regierungsbezirken bestätigt worden: Katherina Habersbrunner für Oberbayern, Lisa Badum für Oberfranken, Thomas Pollakowski für Unterfranken, Fabian Schwinghammer für Niederbayern und
Joachim Scherrer für die Oberpfalz.

In der heute veröffentlichten Pressemitteilung äußern sich die Mitglieder des BEBay-Vorstands, die in den kommenden beiden Jahren am Ruder sind, entschlossen. Gemeinsam geben sie ein Statement ab: "Jetzt erst recht. Die bayerischen Genossenschaften werden jedenfalls den Kopf nicht in den Sand stecken." Energie solle schließlich dort erzeugt werden, wo sie auch verbraucht werde. "Wir werden uns weiter mit aller Kraft für die Umsetzung einer sozial-gerechten, regionalen und dezentralen Energiewende in Bayern einsetzen."

Der "Bürger-Energie Bayern e. V. " bündelt nach eigener Darstellung die gemeinsamen – wirtschaftlichen und politischen – Interessen der bayerischen Energiewirtschaft in Bürgerhand. Dazu gehörten rund 250 bayerische Bürger-Energie-Genossenschaften – zirka ein Viertel aller deutschen), aber auch Gemeinde- und Stadtwerke, welche sich mehrheitlich in öffentlicher Hand befinden, sowie alle anderen Gesellschaften, die regenerative Bürger-Energie-Anlagen betreiben.


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