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Das Landeskriminalamt erklärt, was unternommen wird, wenn Buben und Mädchen verschwunden sind, und erläutert die vorliegenden Zahlen.

(ty) Wenn ein Mensch nicht nach Hause kommt, ist das für Angehörige, Freunde und Familie ein großer Schock. Noch dramatischer, wenn es sich dabei um das eigene Kind handelt. Anlässlich des heutigen "Tages der vermissten Kinder" betont das bayerische Landeskriminalamt (LKA) die Wichtigkeit, gerade bei Fällen vermisster Kinder und Jugendlicher schnell und koordiniert zu handeln. Daher würden alle Fahndungen im Freistaat zentral in der Vermissten-Dienststelle des LKA gebündelt und damit die Arbeit der einzelnen Polizeipräsidien aktiv und zielgerichtet unterstützt. Nach jüngstem offiziellen Stand werden nach Angaben des LKA in Bayern insgesamt 358 Kinder vermisst.

"Wenn Minderjährige ihr gewohntes Umfeld verlassen haben und ihr Aufenthaltsort unbekannt ist, gelten diese als vermisst", erklärt das LKA. Solange Ermittlungen nichts anderes ergäben, werde vorsichtshalber von einer Gefahr für das Leben oder die körperliche Unversehrtheit des Betroffenen ausgegangen. Die Polizei leite dann sofortige Fahndungs-Maßnahmen ein, suche an den bekannten Aufenthaltsorten aktiv nach dem vermissten Kind und befrage Freunde, Familie oder Bekannte nach möglichen Hinweisen. "Mit gutem Erfolg", berichtet das Landeskriminalamt: "Denn im vergangenen Jahr wurden 1049 Kinder vermisst und 966 Fälle davon konnten aufgeklärt werden." Im Jahr zuvor seien 929 Fälle von vermissten Kindern registriert worden; 859 seien gelöst worden.

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"Wichtig ist ein schnelles Handeln der Eltern und Angehörigen. Zögern Sie daher nicht, die Polizei über den Notruf 110 zu verständigen", rät Guido Limmer, Vizepräsident des LKA. Über den Notruf bekommen Betroffene sowohl Beratung als auch den Kontakt zu der für sie zuständigen Polizeiinspektion. Die Beamten der Dienststelle nehmen zudem die Vermissten-Anzeige auf und besprechen das weitere Vorgehen. Im Anschluss unterstütze auch die Vermissten-Dienststelle des LKA. Dort laufen den Angaben zufolge alle Informationen zusammen und die Fahndungen werden mit anderen Bundesländern sowie dem Bundeskriminalamt (BKA) koordiniert.

Außerdem erforsche die genannte Stelle des bayerischen Landeskriminalamts auch Hintergründe zu Vermissungen von Kindern, um so Erkenntnisse für aktuelle Fälle zu gewinnen. Zu den aktuell 358 vermissten Kindern im Freistaat gehören laut Mitteilung des LKA 92 so genannte Ausreißer, die wiederholt weglaufen und wieder zurückkommen. Weitere 117 wurden laut Landeskriminalamt ihren Eltern oder ihrem Vormund entzogen, unter anderem aufgrund von Streitigkeiten um das Sorgerecht. Die Zahl der Fälle, bei denen die bayerische Polizei tatsächlich ein Gewalt-Verbrechen vermute, liege bei zwölf.

Bei dem großen Teil der aktuell im Freistaat vermissten Kinder (137) handele es sich um so genannte unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Sie gelten laut LKA oft mehrere Jahre als vermisst. Da Bayern für viele minderjährige Flüchtlinge erfahrungsgemäß nur eine Zwischenstation darstelle, bleibe offen, ob die Vermissung auch eine Straftat darstelle. "Grundsätzlich sind die Zahlen immer eine Momentaufnahme und ändern sich schnell", betont das Landeskriminalamt – "meist mit gutem Ausgang, da ein Großteil der Kinder nach wenigen Tagen wieder wohlbehalten zu Hause ist".


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