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Hochwasser-Lageberichte aus den Landkreisen Kelheim, Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen

(ty) In den Landkreisen Kelheim und Pfaffenhofen hat sich die Hochwasser-Lage zwar leicht entspannt. Allerdings gibt es in beiden Kreisen noch Brennpunkte. Für ein Aufatmen ist es noch viel zu früh. So gilt das besondere Augenmerk der Kelheimer Hilfskräfte der Situation in Neustadt, wo ein eigentlich gegen Donau-Hochwasser errichteter Polderdeich gegen die von der anderen Seite kommenden Abens-Fluten gehalten werden muss. Und im Kreis Pfaffenhofen steht die Entwicklung in Reichertshofen weiterhin im Fokus. In den beiden Landkreisen gilt nach wie vor Katastrophenalarm. Im Kreis Neuburg-Schrobenhausen hat sich die Lage indes merklich entspannt; aber auch hier überwachen Einsatzkräfte die Situation noch die Nacht hindurch.

Eine kürzlich stattgefundene Lagebesprechung für den Kreis Pfaffenhofen ergab eine leichte Entspannung der Hochwassersituation im Stadtgebiet Geisenfeld, wie aus dem Landratsamt mitgeteilt wurde. Aktuell im Fokus bleiben demnach Ilmendorf und Reichertshofen. „In Ilmendorf stehen durchgehend 30 Einsatzkräfte zur Dammkontrolle zur Verfügung. In Reichertshofen sind rund 60 Kräfte im Dauereinsatz. Bei Bedarf steht die Bundeswehr mit 125 Mann zur Verfügung.“

Durch das steigende Grundwasser laufen derzeit in einigen Orten (aktuell in Gotteshofen und Starkertshofen) einige Keller voll, so ein Sprecher des Landratsamts Pfaffenhofen. „Alle Anwohner sollten die Kellerräume die Nacht hindurch im Auge behalten.“

Vor zwei Stunden musste die Wasserwacht in der Nähe von Reichertshofen einen Autofahrer befreien. Er hatte sich den Angaben zufolge auf das Dach seines Autos gerettet, welches auf einer überfluteten Straße liegen geblieben war. „Wir bitten an dieser Stelle ausdrücklich darum, die Hochwasserbedingten Straßensperrungen zu beachten“, teilt das Landratsamt mit. Um den Fahrer des Autos kümmerte sich der Rettungsdienst die Bergung des Fahrzeugs wurde mittels Seilwinde in Angriff genommen.

Die Schulen in Reichertshofen und Baar-Ebenhausen bleiben morgen geschlossen. Schülerinnen und Schüler aus diesen Orten, die weiterführende Schulen besuchen, sind morgen ebenfalls von der Schulpflicht befreit, so die Kreisbehörde. Laut Bürgermeister Manfred Russer fällt am Dienstag auch der Unterricht in Hohenwart aus. Der Kindergarten und die Kinderkrippe jedoch seien würden geöffnet.

Der Kreis Kelheim blickt nach Neustadt

Das Wasserwirtschaftsamt Landshut hat um 18 Uhr seine Prognose für die Donau bei Kelheim (Vorhersage: bis zu 7,20 Meter) noch einmal bestätigt. Der Höchststand werde heute gegen 24 Uhr erwartet, erklärte das Landratsamt soeben.

„Das Kloster Weltenburg bildet aktuell keinen Gefahrenpunkt mehr“, heißt es aus Niederbayern. Und wenn die Prognose des Wasserwirtschaftsamts mit maximal 7,20 Metern zutrifft, dann könne der Ort Weltenburg selbst auch gehalten werden. Mittlerweile konnte dort auch das verstärkte Durchdringen von Wasser durch den zusätzlich geschaffenen Schutz beseitigt werden, wie mitgeteilt wird. „Die Lücken wurden geschlossen. Das Abpumpen des bisher durchgedrungenen Wassers läuft weiter auf Hochtouren“, so eine Landratsamt-Sprecherin.

Einziger neuralgischer Punkt im Kreis Kelheim bleibt somit wegen des Abflusses des Abens-Hochwassers der Bereich um Neustadt und Bad Gögging. Doch auch hier gibt man sich optimistisch. „Beim momentanen Stand kann der Polderdeich gehalten werden.“ Die vor Ort eingesetzten Hilfsorganisationen haben aufgrund eines massiven Aufgebots von Einsatzkräften, technischer Gerätschaften (unter anderem Lastenhubschrauber, Kipper, Lader) und Schüttmaterials den Damm gefestigt, heißt es. Verstärkend komme hinzu, dass der Pegel der Abens weiter falle. Die Reha-Kliniken und Altenheime in Bad Gögging seien gesichert.

Im Kreis Neuburg hat sich die Lage entspannt

Obwohl sich die Hochwassersituation im Kreis Neuburg-Schrobenhausen entspannt, könne eine offizielle Entwarnung noch nicht gegeben werden, erklärte ein Sprecher des dortigen Landratsamts. Einsatzkräfte überwachen die Lage auch die Nacht hindurch. In Schrobenhausen sinken die Pegelstände an Paar und Weilach. In Neuburg hat die Donau die Marke von sechs Metern (Meldestufe 4) bislang nicht erreicht.

Im Stadtgebiet von Schrobenhausen geht das Hochwasser an Paar und Weilach zurück. Nachdem der Pegel der Paar in Mühlried um 11 Uhr mit 3,48 Meter den bisherigen Höchststand erreicht hatte, betrug der Wasserstand um 19 Uhr 3,44 Meter (Meldestufe 4).

Auch aus Aichach am Oberlauf der Paar werden sinkende Wasserstände gemeldet. Die Ausuferungen der Weilach in Mühlried gehen nach Angaben der Kreisbehörde langsam zurück. Die Feuerwehr konnte die errichteten Sandsack-Wälle entlang der Weilach, im Bereich der Paarstraße und an der Fischergasse stabilisieren. Alle betroffenen Bereiche werden weiterhin durch die Rettungskräfte überwacht. Das Altenheim St. Georg sowie das Kinderheim St. Josef, die in Schrobenhausen nahe der Paar liegen, seien weiterhin nicht gefährdet. Bis 18 Uhr waren im Stadtgebiet Schrobenhausen noch rund 100 Rettungskräfte im Einsatz. Im Laufe des Abends werde ihre Zahl sukzessive reduziert.

In Neuburg, wo gestern am Donaukai der mobile Hochwasserschutz installiert wurde, ist der Pegel stabil und betrug um 15 Uhr 5,96 Meter (Meldestufe 3). Niedriger gelegen Bereiche wie am Unteren Brandl, an der Schlösselwiese und am Ruderclub sind überflutet.

Die Verkehrsbehinderungen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen betreffen hauptsächlich Nebenstrecken entlang der Donau, Paar und Weilach. Die Kreisstraße ND 11 mit Donaubrücke ist zwischen Burgheim und Bertoldsheim weiter gesperrt. Die Bergheimer Spange ist befahrbar. Nach dem Einbruch der Fahrbahndecke ist die Staatsstraße 2084 von Weilach Richtung Flammensbach nicht passierbar. Wegen Überflutung gesperrt ist auch die Verbindungsstraße zwischen Peutenhausen und Hörzhausen.

Nachdem heute in Schrobenhausen der Unterricht ausgefallen war, läuft der Schulbetrieb ab morgen im gesamten Landkreis wieder regulär.

 

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