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Diesen Herbst stehen auf der Pfaffenhofener Lesebühne drei höchst unterschiedliche Lesungen auf dem Programm 

(ty) Nach drei Jahren ist die „Pfaffenhofener Lesebühne“ bereits ein fester Bestandteil der hiesigen Kulturlandschaft und bietet dem Publikum verschiedenste literarische Veranstaltungen. Auch im zweiten Halbjahr 2016, dem literarischen Herbst, leben die Lesungen von dem Live-Moment. Drei recht unterschiedliche Lesungen stehen auf dem Programm. Hier ein Überblick. 

Den Auftakt am Samstag, 24. September, ab 19.30 Uhr bildet eine Kooperation zwischen dem Neuen Pfaffenhofener Kunstverein und der Stadt. Die Lesung findet in der Kulturhalle am Ambergerweg statt. Catalin Dorian Florescu ist gebürtiger Rumäne und Wahl-Schweizer. Für sein Gesamtwerk wurde er im Jahr 2012 mit dem Josef-von-Eichendorff-Literaturpreis geehrt. In Pfaffenhofen liest er unter der Moderation von Nico Bleutge aus seinem neuen Roman „Der Mann, der das Glück bringt“. Karten im Vorverkauf gibt es in der Buchhandlung Osiander und im Bürgerbüro für acht Euro; an der Abendkasse kostet der Eintritt zehn Euro.

Catalin Dorian Florescu ist gebürtiger Rumäne und Wahl-Schweizer.

Zur Handlung: Ray und Elena lernen sich in einer dramatischen Nacht in New York kennen. Sie ist eine Fischerstochter aus dem Donau-Delta, er ein erfolgloser Künstler, der noch an den Durchbruch glaubt. Ihre Familiengeschichten führen den Leser in die Welt New Yorks vor hundert Jahren und in das magische Universum des Donau-Deltas.

In seinem spannenden, an Fabulierlust und Überraschungen reichen Roman voller Tragik und Komik, der von 1899 bis in die Gegenwart reicht, lässt Florescu zwei Erzählstimmen abwechselnd zu Wort kommen. Gleichzeitig ist er eine literarische Referenz an die Fähigkeit des Menschen, sein Glück zu suchen, zu überleben und allen Widrigkeiten zum Trotz zu lieben.

 

Mit einer sehr persönlichen Geschichte über Flucht, aber auch über das Ankommen geht es im Oktober weiter. „Afghanistan. München. Ich. Meine Flucht in ein besseres Leben“ ist zugleich aber auch Detailaufnahme eines Themas, das derzeit von großem medialen wie öffentlichen Interesse ist und viel diskutiert wird. Hassan Ali Djan stellt auf der Pfaffenhofener Lesebühne seine mit der Journalistin Veronica Frenzel verfasste Autobiographie vor: die Erlebnisse eines afghanischen Flüchtlings in München.

Heute ist er in Deutschland angekommen und angenommen. Er erzählt seine eigene Geschichte, über die Flucht und seine Anfänge in München. Aber vor allem spricht er über die positiven Reaktionen seines Umfelds, die er erfahren hat und die ihn in Bayern eine neue Heimat haben finden lassen. Die Lesung widmet sich dem Thema der Flüchtlingssituation in Deutschland und vor allem im Freistaat Bayern. 

Hassan Ali Djan stellt auf der Pfaffenhofener Lesebühne seine Autobiographie vor.

„Moderiert von der Integrationsbeauftragten der Stadt Pfaffenhofen, Frederike Gerstner, werden an diesem Abend die Nachrichten, die den derzeitigen Medienalltag bestimmen, zu persönlichen Schicksalen“, heißt es in der Ankündigung. Musikalisch umrahmt von afghanischer Musik verspricht der Abend Einblicke in Biographien bei uns lebender Flüchtlinge. Die Lesung findet am Samstag, 22. Oktober, um 20 Uhr im Theatersaal im Haus der Begegnung statt. Einlass ist um 19.30 Uhr. Karten gibt es bei den Vorverkaufsstellen zum Preis von acht Euro (ermäßigt fünf Euro); an der Abendkasse kostet der Eintritt zehn Euro (ermäßigt acht).

 

Das herbstliche Highlight – gleichzeitig der Abschluss dieser Lesebühne-Saison – ist einem Koloss der bayerischen Literatur gewidmet. In Szene gesetzt wird der Abend von einem der bekanntesten bayerischen Schauspieler: Michael Lerchenberg.  Am Freitag, 11. November, liest er um 20 Uhr im Festsaal des Rathauses Texte von Ludwig Thoma. Lerchenbergs „Theater am Tisch“ präsentiert den wohl größten Literaten Bayerns zwischen Königreich und Weimarer Republik.

In Hochsprache und Dialekt hat der brillante Satiriker den Mächtigen seiner Zeit „heimgeleuchtet“. Seinen zuweilen derben Bajuwarismus hat er bewusst als Waffe eingesetzt und ist damit gegen Spießertum, bürgerliche Doppelmoral, preußischen Militarismus, Zentrumspartei und Sozialdemokratie, Pfarrer – ja gegen fast alles ins Feld gezogen. Ausschnitte seiner Prosa, Lyrik und Satiren, seiner Komödien wie Tragödien und nicht zuletzt seiner Briefwechsel dokumentieren sein Leben, aber auch seine immer wieder veränderte Gemütslage und die wechselnden Einstellungen zum politischen Leben seiner Zeit.

Begleitet wird Lerchenberg von "eberwein". Das sind Marlene Eberwein (Konzertharfe), Matthias Klimmer (Klarinette) und Max Seefelder (Kontrabass), die die Lesung musikalisch mit Grenzgängen in farbige Crossover-Klangwelten aus Polka, Klezmer, Tango oder Jazz umrahmen. Karten gibt es bei den Vorverkaufsstellen zum Preis von zwölf Euro (ermäßigt zehn Euro); an der Abendkasse kostet der Eintritt 16 Euro (ermäßigt 13). 

Karten für die Lesung von Florescu gibt es bei der Buchhandlung Osiander und im Bürgerbüro der Stadt. Für die Lesungen von Hassan Ali Djan und Michael Lerchenberg können beim Pfaffenhofener Kurier, bei Elektro Steib, beim Intakt-Musikinstitut sowie online unter www.okticket.de Karten erworben werden. Infos zu allen Veranstaltungen gibt es auch unter www.pfaffenhofen.de/lesebuehne.


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