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35-Jährige aus Niedersachsen stellte gestern ihren Pkw auf der Autobahn ab, lief davon und löste großen Such-Einsatz aus. Der Fall wirft noch Fragen auf.

(ty) Ein recht ungewöhnlicher Vermissten-Fall, der – wie berichtet – am gestrigen Vormittag auf der A9 im Gemeinde-Bereich von Kipfenberg (Kreis Eichstätt) seinen Anfang genommen und einen Großeinsatz ausgelöst hatte, hat sich mittlerweile aufgeklärt. Eine 35-Jährige war mit ihrem Pkw auf der Autobahn in Richtung Süden unterwegs, ehe sie gegen 10.30 Uhr plötzlich verschwand. Kurz vor dem Parkplatz "Gelbelsee", auf Höhe des Kindinger Bergs, steuerte sie laut Polizei "ohne ersichtlichen Grund" auf den Standstreifen, verließ ihren Wagen und verschwand zu Fuß. Am heutigen Nachmittag sei die Frau in München angetroffen worden. Sie sei körperlich wohlauf, aber psychisch wohl angeschlagen.

Nachdem die Frau ihren Wagen auf der Standspur der Autobahn abgestellt hatte und in Richtung des Parkplatzes "Gelbelsee" davonmarschiert war, kam es laut Schilderung der Polizei zunächst noch zu mehreren Mitteilungen über eine Fußgängerin auf dem Standstreifen der A9. Im Rahmen von Recherchen in Bezug auf das Kennzeichen des zurückgelassenen Autos waren schließlich die Personalien der vermissten Pkw-Lenkerin ermittelt worden. Die Identität der Frau gelte als gesichert, wurde am gestrigen Abend auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Die Frau sei "aller Wahrscheinlichkeit nach" an einer Nothilfe-Bucht in westlicher Richtung in einem Waldstück verschwunden, hieß es weiter. 

Allein an den gestern durchgeführten Such-Maßnahmen waren nach Angaben der Polizei insgesamt rund 140 Personen sowie 30 Hunde beteiligt. Im Einsatz gewesen seien unter anderem eine private Rettungshunde-Staffel, das BRK aus Beilngries, Pfaffenhofen und Kelheim, der Arbeiter-Samariter-Bund aus Ingolstadt, ein Polizei-Hubschrauber sowie die Feuerwehren aus Kipfenberg, Eichstätt-Land, Gelbelsee, Irlahüll und Buch. Trotz intensiver Such-Maßnahmen konnte die davongelaufene Frau allerdings erst einmal nicht ausfindig gemacht werden. "Die Hintergründe ihres Handelns sind derzeit noch unklar", hatte die Polizei-Inspektion aus Beilngries am gestrigen Abend per Presse-Mitteilung erklärt.

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Nach Angaben der Gesetzeshüter konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich die geflüchtete Frau in einem psychischen "Ausnahme-Zustand" befindet. Die Polizei hatte auch um Hinweise aus der Bevölkerung gebeten. Am heutigen Dienstag konzentrierten sich die polizeilichen Maßnahmen "auf Ermittlungen im persönlichen Umfeld der aus Niedersachsen stammenden Frau", wurde erklärt. Am heutigen Nachmittag habe die Fahndung schließlich erfolgreich abgeschlossen werde können – und zwar in der bayerischen Landeshauptstadt. Die 35-Jährige habe sich im Bereich des Münchner Olympiaparks in einem Vorgarten "ungewöhnlich benommen"; daraufhin sei von Anwohnern die Polizei hinzugezogen worden.

Von den angerückten Streifenbeamten habe dann schnell festgestellt werden können, dass es sich bei der Frau um die 35-Jährige handele, nach der seit dem gestrigen Vormittag intensiv gesucht worden war. "Körperlich war die Vermisste wohlauf", fasste ein Polizei-Sprecher heute gegen 15.15 Uhr zusammen. "Aufgrund ihres wohl angeschlagenen psychischen Zustandes wird derzeit geprüft, ob weitere medizinische Maßnahmen erforderlich sind." Nähere Details sind bislang nicht bekannt. So muss vorerst auch offen bleiben, warum sich die Frau überhaupt einfach aus dem Staub gemacht hatte und wie sie aus dem Landkreis Eichstätt nach München gelangt war.

Erstmeldung zum Thema:

Vermissten-Fall: Frau lässt Auto auf der A9 stehen und läuft zu Fuß davon


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