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Landrat Hauner: "Die Aggressivität gegenüber den Mitarbeitern des Gesundheitsamts nimmt zu." Informationen zum aktuellen Stand.

(ty) 64 Personen aus dem Landkreis Freising sind nach aktuellem Stand mit dem neuartigen Corona-Virus infiziert. "Die Fallzahlen steigen deutlich an", sagte Christine Setzepfandt, die Leiterin des Freisinger Gesundheitsamts, am heutigen Donnerstag bei einer weiteren Pressekonferenz am Landratsamt zum Thema. Mit der steigenden Zahl der positiv Getesteten erhöht sich den Angaben zufolge auch der Aufwand für die Gesundheits-Behörde, die jeweiligen Kontaktpersonen zu ermitteln. "Die Aggressivität gegenüber den Mitarbeitern des Gesundheitsamts nimmt zu", beklagte Landrat Josef Hauner. Deshalb sei dort nun ein Sicherheitsdienst im Einsatz.

"Unsere Mitarbeiter arbeiten dort seit zwei Wochen vollkommen am Limit, über die normalen Arbeitszeiten hinaus und auch am Wochenende", sagte Landrat Hauner. Deshalb habe das Landratsamt eine Koordinierungs-Gruppe ins Leben gerufen, die das Gesundheitsamt bei der Bewältigung des Corona-Virus-Ausbruchs unterstütze.

Sie kümmert sich – so heißt es weiter – vor allem um die Beschaffung der erforderlichen Schutzausrüstung. "Wir haben beim Klinikum, dem Gesundheitsamt, den Rettungs-Organisationen und der Ärzteschaft den Bedarf erfragt und inzwischen größeren Mengen bestellt", berichtet Karoline Schatz, die Leiterin der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Direkt vor der Pressekonferenz hatten sich heute bereits zum dritten Mal Vertreter aus dem Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung, des Gesundheitsamts, des Klinikums, des ärztlichen Kreisverbands Freising, des Hausärzte-Kreises, der Rettungsdienste sowie von Feuerwehr und THW zum Runden Tisch getroffen, um die aktuelle Lage zu besprechen. "Auch unser Bürger-Telefon wird sehr gut angenommen", sagte Landrat Hauner. Deshalb werde dieses auch am Wochenende sowie in der kommenden Woche zur Verfügung stehen.

Das Bürger-Telefon ist zu folgenden Zeiten unter der Telefonnummer (0 81 61) 600 601 erreichbar: Montag bis Donnerstag von 10 bis 15 Uhr, Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 15 Uhr. "Wegen der hohen Nachfrage kann es zu Verzögerungen und Wartezeiten kommen", hatte die Freisinger Kreisbehörde bereits am heutigen Vormittag erklärt sowie dafür um Verständnis gebeten. Zugleich wurde in diesem Zusammenhang betont: "Bei Fragen, die das Arbeitsverhältnis und Regelungen mit dem Arbeitgeber betreffen, kann das Landratsamt keine Einschätzung abgeben."

Ein Problem, das die Arbeit des Gesundheitsamts wesentlich erschwere, sprach Landrat Hauner heute an: "Die Aggressivität gegenüber den Mitarbeitern des Gesundheitsamts nimmt zu." Weil den Angaben zufolge vermehrt Leute vor dem Gesundheitsamt auftauchen und zum Teil Mitarbeiter abfangen oder Sturm läuten, habe man entschieden, dort einen Sicherheitsdienst einzusetzen. Dieser solle für geordnete Verhältnisse sorgen, damit sich die Angestellten auf die Personen konzentrieren könnten, die dort vorsprechen müssten. "Es geht hier nicht um das Recht des Stärkeren", betont der Landrat.

Nachdem sich die Weisung geändert habe und nun nicht mehr alle Infizierten ins Krankenhaus gebracht werden müssten, sondern auch zuhause unter Quarantäne gestellt werden könnten, seien derzeit nur noch sechs Betroffene im Klinikum von Freising isoliert untergebracht. Das wurde heute ebenfalls mitgeteilt. "Drei zeigen leichte Symptome und müssen behandelt werden werden", so Markus Neumaier, der ärztliche Direktor des Klinikums. "Wir bereiten uns darauf vor, dass mehr Erkrankte kommen, und sehen uns gut gewappnet."

Vorrangig seien momentan im Landkreis jüngere Leute infiziert, sagte  Barbara Obst von der Regierung von Oberbayern. "Wir haben bisher keinen Infizierten aus der Risikogruppe." In Anbetracht der Dynamik sei es jedoch sinnvoll, im Klinikum Betten-Kapazitäten freizuhalten, falls mehr ältere Menschen erkrankten.

Ein Problem für die niedergelassenen Ärzte war laut Landratsamt lange ein Mangel an passender Schutzausrüstung. Dafür leiste die Kreisbehörde nun Abhilfe, bedankte sich Georg Miedl, der Vorsitzende des ärztlichen Kreisverbands Freising. Die Ärzte unterstützten das Gesundheitsamt, so weit wie möglich. "Wir organisieren uns für die Tests so, dass die Patienten und die Praxisteams nicht gefährdet sind." Aus baulichen Gründen sei dies allerdings nicht in jeder Praxis möglich.

Aktuelle Zahlen zu Corona-Virus-Infektionen im Freistaat Bayern können jederzeit auch über die Homepage des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittel-Sicherheit (LGL) abgerufen werden. Die Übersichtskarte mit einer Aufschlüsselung nach Regierungsbezirken und Landkreisen wird täglich einmal aktualisiert und ist online zu finden unter diesem Link

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